In welcher Welt werden unsere Kinder leben?

Han­ne­mann, 61, hält den ein­zi­gen Lehr­stuhl für Wohn­so­zio­lo­gie in Deutsch­land.
Sie er­forscht an der Uni­ver­si­tät Stutt­gart, wie die Räu­me be­schaf­fen
sein soll­ten, in de­nen Men­schen le­ben.

Han­ne­mann: Die Kli­ma­kri­se ist mitt­ler­wei­le so fort­ge­schrit­ten, dass wir je­den Qua­drat­me­ter un­be­bau­te Flä­che in un­se­rem Land schüt­zen soll­ten. Uns feh­len Bäu­me, aber kei­ne frei ste­hen­den Ge­bäu­de aus Be­ton und Stein, in de­nen dann durch­schnitt­lich ge­ra­de mal vier Leu­te woh­nen. Das wis­sen auch alle Ver­ant­wort­li­chen. Trotz­dem wer­den Ein­fa­mi­li­en­häu­ser in Deutsch­land durch das Bau­kin­der­geld, die Pend­ler­pau­scha­le und an­de­re Steu­er­vor­tei­le ge­för­dert wie kei­ne an­de­re Wohn­form. Das ist öko­lo­gi­scher Wahn­sinn und auch so­zi­al frag­wür­dig. Die klas­si­schen Ein­fa­mi­li­en­haus­sied­lun­gen ver­ur­sa­chen ja enor­me all­ge­mei­ne Kos­ten für Stra­ßen, Bus­hal­te­stel­len und an­de­re In­fra­struk­tur.
Quelle: Der Spiegel 11/2021


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